Ausgehend von der aktuellen Ausstellung Architekturbaukästen 1890–1990. Die große Mitspielausstellung geht der Talk der Frage nach, wie spielerisches Bauen Zugänge zu Architektur eröffnet, zugleich aber auch bestehende Hierarchien des Zusammenspiels reproduzieren kann.
Konstruktionsspielzeug ist historisch häufig männlich codiert. Verpackungen, Werbebilder und Anleitungen vermitteln, wer als Konstrukteur*in angesprochen wird und welche Möglichkeiten des Bauens sichtbar werden. Welche Vorstellungen von Architektur bauen wir im Spiel ganz selbstverständlich mit?
Gemeinsam mit Oliver Elser, Kurator der Ausstellung, sowie Ulrike Haele und Thomas Amann diskutieren wir über Bauen, Spielen und Teilhaben. Dabei geht es nicht nur darum, wie Baukästen gestaltet sind, sondern auch darum, wie Architektur gelehrt und vermittelt werden kann, damit unterschiedliche Fähigkeiten und Perspektiven Platz finden.
Wie kann das Spiel neue Möglichkeiten des Begreifens und gemeinsamen Entwerfens eröffnen? Wer darf überhaupt mitspielen – und wer traut sich zu, zu bauen? Was müssen wir verlernen, um andere Gestaltungskompetenzen zuzulassen?
Thomas Amann ist Architekt und Senior Artist am Forschungsbereich Gebäudelehre und Entwerfen der TU Wien. Er beschäftigt sich mit spielerischen Methoden in kooperativen Planungsprozessen und entwickelt im Rahmen der Biofabrique Vienna experimentelle Ansätze für zirkuläres Bauen, neue Materialien und gemeinsames Forschen.
Oliver Elser ist Architekturkurator am Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt am Main und Gastkurator der Ausstellung Architekturbaukästen 1890–1990. Die große Mitspielausstellung im MAK.
Ulrike Haele ist Assistenzprofessorin für Design, Handwerk und materielle Kultur an der New Design University und beschäftigt sich mit der Rolle von Gestaltung im gesellschaftlichen Wandel. Ihre Expertise umfasst gendersensibles Design sowie das bewusste Verlernen gesellschaftlicher Codes und Geschlechterzuschreibungen.
Teilnahme frei mit gültigem Museumsticket. Anmeldung erbeten (siehe oben).